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2020

Ein bisschen Historie

Im Mittelalter waren Bücher sehr wertvoll. Dazu zählten Bibeln, Gebets- und Andachtsbücher. Meistens wurden sie liegend aufbewahrt. Damit die kostbaren Schriften nicht beschädigt wurden, brachten Klausur(en)macher an den hölzernen und meist mit lederüberzogenen Buchdeckel Beschläge und Schließen an.

Die Elemente wurden an der Mitte oder an den Ecken angebracht. Meist bestanden sie aus Eisen, Bronze oder Messing. Bei besonders wertvollen Ausgaben waren diese silbern oder vergoldet. Variationen gab es viele. Mal einfach, mal kunstvoll geschmiedet, verzierten sie die Deckel der Bücher. Zu den schlichtesten gussgefertigten Beschlägen zählten anfangs Nägel mit verdickten Köpfen (Buckel).

Im 15. Jahrhundert veränderte sich deren Form. Sie wurden größer, runder und kunstvoll verziert. Eine schmückende Rolle spielten auch die Eckbeschläge, die großflächiger, flacher oder rautenförmig waren. So wurden die Bücher wertvoller und zu wahren Schmuckstücken. Im Spätmittelalter bestanden die Außenseiten der Bücher teilweise aus Samt.

In der Renaissance veränderten Deckelpappen die Einbände. Auch die Bücher wurden anders gelagert. Die herkömmlichen Beschläge hatten in ihrer schützenden Funktion ausgedient und wurden jetzt nur noch als schmückende Elemente eingesetzt.

Wer sich einige Buchbeschläge und schließen aus der Nähe anschauen möchte: Das Kloster Eberbach im Rheingau zeigt einige davon in einem kleinen Schaukasten. Die bronzenen Buchbeschläge wurden im Bereich der Klosterkirche ausgegraben. Sie stammen aus dem 12. bis 15. Jahrhundert. (dp)