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2021

Ein Meister einer alten Handwerkskunst

Steffen Lang gehört zu den wenigen deutschen Goldschmieden, die noch eine alte Handwerkskunst beherrschen: das Tauschieren. Die Technik, ein weicheres, farblich kontrastierendes Metall in ein härteres Metall durch Einpressen zu verankern beziehungsweise mit diesem zu verbinden, wurde bereits in der Bronzezeit (2200 bis 800 v. Chr.) ausgeübt. Die Himmelsscheibe von Nebra ist hierfür ein bekanntes Beispiel. Auch bei der Schmuckherstellung wurde die Metalleinlegearbeit in der Antike zur Verzierung eingesetzt.

Diese Fertigkeit hat Steffen Lang vor mehr als 20 Jahren für sich entdeckt. Inspiriert und begeistert von kunstvollen Einlegearbeiten in japanischen Schwertgriffen, perfektionierte er während eines Studiums an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau sein handwerkliches Geschick. Zuvor hatte der Saarbrücker in seiner Heimatstadt eine Ausbildung zum Goldschmied mit einer Gesellenprüfung absolviert und berufliche Erfahrung sammeln können.

Sein Bedürfnis Altes mit Neuem zu verbinden, verschafft seiner Arbeit spannende Impulse. Seine Schmuckstücke sind teils aus sehr gegensätzlichen Materialien geschaffen. Mit Stichel, Meißel und Punzen werden Vertiefungen geschaffen, um anschließend Silber- oder Goldfäden in geschwärztes Eisen zu treiben und zu verankern. Faszinierende wie dekorreiche Ringe und Anhänger sind das Ergebnis. Für seine Werke mit der besonderen Ausstrahlung erhielt er in den Jahren 2003, 2004, 2005 und 2006 jeweils eine Auszeichnung von der Form Frankfurt. 

Besonders „feurige Schmuckstücke“ haben Steffen Lang in seinen Bann gezogen. War es ursprünglich Eisen, das bei 1535 Grad Celsius geschmolzen und in Form gebracht wird, arbeitet der Kunsthandwerker nun mit seinem neuen Lieblingswerkstoff Glas. Hier liegt der Schmelzpunkt je nach Zusammensetzung zwischen 1000 und 1600 Grad Celsius. Die ausgefallenen farbigen Objekte mit Mustern oder blumigem Innenleben fertigt er in seinem Saarbrücker Atelier und verbindet diese kontrastreich mit geschwärztem Eisen. Wunderbare Kombinationen entstehen: gläserne Anhänger mit verbindenden eisernen Elementen und Ketten. Hier und da entstehen auch mal einige sehr zeitaufwendig geschaffene Kunstwerke, die in gläsernen Domen bei Messen oder Ausstellungen zur Schau gestellt werden. (dp)

Weitere Infos unter: www.steffen-lang.net oder www.wall-icons.net